Hauptmenü

Home/Aktuell

Inhalte nach...

Jahrgang

Veranstaltung

Kategorie

Autor

Ort

Suche

Hilfe

Statistik

Links

Copyright & Impressum

Datenschutzerklärung

Kontakt

Maik Heinrich

Gruppendynamik

1. Vorüberlegungen

Art der Betreuung und Freizeitgestaltung in Gruppen

Arten der in der Praxis vorkommenden Arbeitsmöglichkeiten:

2. Grundlagen

GRUPPE - Begriffsklärung

Definition:  Was ist eine Gruppe?

Imker (1984):

"Unter Gruppe verstehen wir jede soziale Aggregation von zwei oder mehr Personen, die miteinander in unmittelbarer oder mittelbarer Interaktion und Kommunikation stehen. Intensität, Qualität und Dauer von Interaktion und Kommunikation werden durch eine Aufgabe oder ein Ziel bestimmt, die (das) die zu einer Gruppe gehörenden Personen sich stellen oder die (das) ihnen gestellt wird."

Sader (1991):

Hilfen zur Gruppendefinition:

Mitglieder einer Gruppe

Gruppenbildung

Aufgabe:  Bildet Gruppen unter Berücksichtigung  folgender Kriterien:

Hinweisen auf die verschiedenen Gruppengrößen, resultierend aus Sympathie-, Zufalls- und Vorgabefaktoren

Gruppenpädagogische Grundsätze:

  1. Kindern, die sich gegenseitig wählen, soll man wenn möglich diesen Wunsch erfüllen
  2. Jedem Kind soll wenigstens ein geäußerter Wunsch nach Partnerschaft erfüllt werden
  3. Kinder die von einzelnen Kindern abgelehnt werden sollen nicht in Gruppen eingeführt werden, in denen sich Kinder, von denen sie abgeleht wurden befinden.
  4. Nichtgewählte und ignorierte Kinder sollen in solche Gruppen eingegliedert werden, die ihnen den geringsten Widerstand leisten werden
  5. Es soll in eine Gruppe nie mehr als ein unbeliebtes Kind eingeführt werden.
  6. Das eingreifen des Betreuers ist vom Standpunkt der zwischenmenschlichen Beziehung wie auch vom arbeitstechnischen Gesichtspunkt notwendig
  7. Die Zusammenstellung der Gruppen sollte sich hin und wieder ändern

 

Gruppengröße (Franck 1976)

Dyade

als die kleinstmögliche Form einer Gruppe ("face to face-Gruppe")

Eine Zweiergruppe wird als "die elementare Einheit menschlicher Beziehungen, [...] als Grundbaustein, auf dem alle Sozialformen fußen", gesehen.

 

Kleinstgruppe (etwa 3-6 Personen)

In der Dreiergruppe tun sich exemplarisch Strukturen größerer Gruppe auf

Gruppen (3 - 25 Personen)

Bei einer Gruppengröße von etwa 20 Personen ist das Kriterium der kommunikativen Wechselbeziehung nicht mehr gegeben (Belardi 1980)

 

Großgruppen (über 25 Personen)

Bei dieser Mitgliederstärke sind die allgemein akzeptierten Definitionskriterien für Gruppen nur noch teilweise erfüllt

Frage: Welcher Gruppengröße würdet Ihr den Vorzug geben und warum?

Gruppenprozeß

 

Rollenspiel (nach Schindler, Raoul):

(1) Alphaposition:

Emotionaler Mittelpunkt der Gruppe, Gruppenliebling;

(1) Omegaposition:

Gegenposition zu Alpha, Gruppenopponent

(2-3)Gammapositionen

"die Mittragenden"

(1) Betaposition

Fachmann, der situativ die notwendigen Informationen in die Gruppe einbringen kann

Aufgabe: Analyse des Rollenspiels

 

Rollen

Strukturierungsversuche neuer Gruppen führen zur Ausprägung verschiedener Rollen
(z.B. des offiziellen oder inoffiziellen Leiters, des Anhängers, des Gegenleiters, des Spaßmachers, des stillen Zuhörers, des Außenseiters u.a.")

Rollen sind "Aktionsmuster, die die Position des Individuums und seinen entsprechenden Status - in einer Gruppe ..... - angeben" (Lindgren)

Untrennbar mit dem Begriff der Rolle verbunden: Status

"Status heißt, dass in jeder Gruppe ein Trend zur Hierarchisierung vorhanden ist."

Konflikte

Als sozialer Konflikt lässt sich eine soziale Beziehung verstehen, in der zwei oder mehr Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, gegensätzliche Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind." (Rosenstiel)

Fünf grundlegende Merkmale eines sozialen Konflikts:

  1. Konflikt erfordert mindestens zwei Parteien oder zwei analytisch unterscheidbare Einheiten (.....)
  2. Konflikt entsteht aufgrund von Positions- und Ressourcenknappheit.
  3. Konfliktverhalten ist darauf ausgerichtet, die andere Partei zu zerstören, zu verletzen, zu hindern oder in anderer Weise zu kontrollieren; und eine Konfliktbeziehung liegt vor, wenn die Parteien nur auf Kosten der anderen relative Gewinne bzw. Vorteile gewinnen können.
  4. Konflikt erfordert gegensätzliche Aktionen und Gegenreaktionen der Parteien.
  5. Konfliktbeziehungen beinhalten stets Versuche, knappe Ressourcen und Positionen zu erlangen bzw. Verhalten in bestimmte Richtungen zu lenken; d.h. die Ausübung von Macht."
    (Grunwald)

Grobklassifikation interpersoneller Konfliktkonstellationen:

Entstehungszusammenhänge für Konflikte

"objektive" Faktoren

In der Person liegende Faktoren

Umweltfaktoren

Gruppenstruktur
- soziometrische Struktur
- Machtstruktur
- Kommunkationsstruktur
- Rollenstruktur

Psychologische Momente
- Wahrnehmung
- Eindrucksbildung

Zwischen "objektiven Faktoren" und den in der Person liegenden Faktoren herrscht Interdependenz!

3. Konzepte

"Jede Gruppe entwickelt einen solchen, stets in Fluß befindlichen Gruppenprozeß. Der Gruppenleiter muß verstehen, ihn zu einem gruppenpädagogischen Prozeß zu gestalten, der sich für die einzelnen und für die Gesamtheit heilsam auswirkt. So wird er versuchen, Isolierte miteinzubeziehen, Abgelehnten die Chance der Anerkennung und Eingliederung zu verschaffen, feindliche Untergruppen durch ein gemeinsames Ziel zusammenzuführen, spannungen positiv zunutzen, statt sie unkontrolliert zum Schaden der Schwächeren wirken zu lassen, und der Gruppe zu helfen, Konflikte in der rechten Weise auszutragen." (Kelber 1971)

Die Diagnose

INDIVIDUALISIERUNG

Das Verstehen

  1. Theoretisches Wissen als Voraussetzung
  2. Zuhören
  3. Beobachten
  4. Einfühlung

Die Behandlung

Die wichtigsten Mittel, die dem Gruppenleiter bei der Behandlung zur Verfügung stehen, sind:

  1. Die zweckvolle, warmherzige, verständnisvolle fachmännische Beziehung zwischen dem Gruppenleiter und dem Gruppenmitglied;
  2. Die Beziehungen unter den Gruppenmitgliedern - der Gruppenprozeß;
  3. verbale Kommunikation - Gespräche, Unterhaltung;
  4. nicht - verbale Kommunikation - Programm, Spiel, Erlebnis;
  5. zweckvolle Wahl und richtige Gestaltung der Umgebung". (Konopka 1971)

 

zu 1. Die Beziehung zwischen Gruppenleiter und -mitgliedern

Die Beziehung in der Gruppenarbeit ist in einzigartiger Weise dadurch gekennzeichnet, dass sie keine Einzelbeziehung zwischen der helfenden Person und einem Klienten darstellt, sondern eine Beziehung zwischen dem Helfer und Einzelnen in der Gruppe und zur Gruppe als Ganzem ..... .Der Gruppenarbeiter stellt nicht eine Beziehung nach der anderen zu jedem Einzelnen her.

Er schafft eine Atmosphäre des Vertrauens und des Gebens und Nehmens innerhalb der ganzen Gruppe. Das bedingt oft eine langsame Entwicklung und das Hinnehmen der Tatsache, daß die Mitglieder als Gruppe viel mehr Widerstand leisten können als ein Einzelner. In einer Gruppe stützen die Mitglieder einander; sie stehen der Autorität nicht allein gegenüber." (Konopka 1971)

"Zu einer Helferrolle gehört Beistand und Forderung, oft zur gleichen Zeit". Gruppenarbeiter ist "weder alles erlaubend noch autoritär lenkend". Akzeptieren und Grenzen setzen sind nicht unvereinbar!

 

zu 2. Die Beziehungen unter den Gruppenmitgliedern

 "Gruppenarbeit ist nicht die Arbeit mit dem Einzelnen vor dem Hintergrund der Gruppe. Sie ist individualisierte Arbeit mit Gruppenmitgliedern in der Gruppe und durch die Gruppe. Die Rolle des Gruppenarbeiters besteht darin, die Beziehungen jedes einzelnen Mitglieds zu fördern und diese Beziehungen so bedeutsam wie möglich zu machen". (Konopka 1971)

 

zu 3. Verbale Kommunikation

Der Gruppenleiter muss verbale Kommunikation planvoll nutzen. Das Gruppengespräch ist von größter Bedeutung, da es alles gemeinsame Tun durchzieht (Planung, Auswertung von gemeinsam Erlebtemm, Diskussion eines Problems und vor allem auch Reflexion des Gruppengeschehens.

Durch das Gespräch soll der Gemeinschaftsaspekt gefördert werden. ===> Von Bedeutung ist dabei nicht nur das "Was", sondern auch das "Wie"

Literatur

Siehe auch:

Gruppenpädagogik - Folien [ pdf ]